Neues EU-Projekt - Umweltministerin Conrad: Land fördert mit erheblichen EU-Mitteln Wacholderheiden
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Energie und Umwelt | 2006-03-12 14:59:32

Neues EU-Projekt - Umweltministerin Conrad: Land fördert mit erheblichen EU-Mitteln Wacholderheiden

Neues EU-Projekt - Umweltministerin Conrad: Land fördert mit erheblichen EU-Mitteln Wacholderheiden


Land fördert mit erheblichen EU-Mitteln Wacholderheiden

Neues EU-Projekt - Umweltministerin Conrad: Land fördert mit erheblichen EU-Mitteln Wacholderheiden

Wacholderheiden sind geschützt, weil hier seltene Tiere wie die Schlingnatter oder Wildkatze, Vögel wie der Neuntöter oder Milan, vereinzelt auch Heidelerchen sowie viele Insektenarten und Schmetterlinge wie der Dukatenfeuerfalter heimisch werden. Neben dem namensgebenden Wacholder wächst hier Heide, Arnika und Geflecktes Knabenkraut. In Rheinland-Pfalz gibt es Wacholderheiden vorrangig in der Eifel, dem Westerwald und dem Hunsrück. Die EU hat im Herbst 2005 ein mit 1,8 Millionen Euro bedeutsames LIFE-Natur-Projekt für Rheinland-Pfalz bewilligt, das dem Erhalt und der Pflege der Wacholderheiden in Natura-2000-Gebieten auf einer Fläche von 237,7 Hektar in den Ortsgemeinden Virneburg (41,1 ha), Baar (2 ha); Acht und Welschenbach (6,7 ha); Arft und Langscheid (141,4 ha); Kirchwald (6,9 ha); Weibern 8,3 (ha); Schalkenbach (8,3ha) und Heckenbach (24 ha) dient.

Der EU-Zuschuss beträgt 1,06 Millionen Euro, die restlichen Mittel über rund 740.000 Euro bringt das Umweltministerium aus Mitteln des Landesnaturschutzes sowie der Landesforsten Rheinland-Pfalz auf. Der Scheck mit einer ersten Abschlagszahlung der EU liegt inzwischen der Verbandsgemeinde vor. Auch die erforderlichen Landesmittel wurden der Verbandsgemeinde in einem Schreiben von Frau Ministerin Conrad verbindlich zugesagt. Deshalb konnte das Projekt inzwischen mit ersten Umsetzungsmaßnahmen starten.

'Der Schutz dieser einzigartigen Landschaft verbindet sich in diesem Projekt von europäischer Bedeutung mit Regionalentwicklung. Die ortsansässige Bevölkerung profitiert ebenso wie die Touristen', stellt Umweltministerin Margit Conrad fest.

Mit dem Verschwinden der typischen 'Schiffelwirtschaft' in der Eifel sind auch die Wacholderheiden bedroht. Die Schiffelwirtschaft stellte eine besondere Form des Brandfeldbaus dar, bei dem alle 15 bis 20 Jahre im Frühjahr der grasbewachsene Oberboden herausgehackt und zum Trocknen liegen gelassen wurde. Im Herbst wurde die verbliebene Erde von den Rasenstücken geklopft und das trockene Gras mit Reisig angezündet. Die Asche verwendete man als Startdünger. Die Bauern konnten so drei bis vier Jahre Getreide auf diesen 'neuen' Äckern anbauen. Anschließend überließ man die ausgelaugten Böden sich selbst.

Auf den nährstoffarmen Flächen fanden die Wacholderheiden jetzt ideale Bodenbedingung vor. Die Flächen wurden als Viehweide genutzt.

Träger des EU-Projekts ist die Verbandsgemeinde Mayen-Land, wo ein Projektbüro eingerichtet wurde und in deren Ortsgemeinden die Wacholderheiden liegen. Über einen Zeitraum von fünf Jahren werden ab sofort einzelne Heide- und Wacholderflächen gepflegt mit dem Ziel, die ursprüngliche Heidelandschaft mit ihren Borstgrasrasen und Wacholderbüschen wiederherzustellen. Gleichzeitig geht es um die Entwicklung der Region. Die Wacholderheiden sollen im Zuge eines nachhaltigen Tourismus für Besucherinnen und Besucher an Attraktivität gewinnen.

Die Pflegemaßnahmen sehen unter anderem vor, auf den jetzt noch mit Büschen bewachsenen Flächen und verfilzten Böden Wacholdersträucher freizustellen und dort Heide auszusäen. Die einzelnen Heiden werden zu größeren Heidegebieten verbunden. So werden sie auch für die Wanderschäferei attraktiv. Zurückgegangene Wacholderbestände werden durch Ausdünnen sowie Verjüngung stabilisiert. Die Verbesserung der Heiden wird vermehrt Insekten anziehen, die eine natürliche Vermehrung von Wacholder sichern helfen.

Geplant sind Informationen im Gelände und eine Wegeführung, die eine Zugänglichkeit für Besucher bei gleichzeitigem Schutz der empfindlichen Tiere und Pflanzen ermöglicht.

Die Arbeiten im Gelände einschließlich der Grundlagenforschung leistet die Forstverwaltung des Landes mit Unterstützung der Verbandsgemeinde und örtlicher Unternehmen. Die Einsaat der Heide wird ein niedersächsisches Unternehmen vornehmen, das Erfahrung in der Erneuerung der Lüneburger Heide mitbringt. Den freiwilligen Grundstückstausch organisiert das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in Montabaur. Wanderschäfer und Pferdehalter sind für den mittelfristigen Erfolg des Projekts unverzichtbar. Neben den Weide- und Pflegearbeiten, die Gemeinde und Landesnaturschutzverwaltung erbringen, gilt das besondere Interesse der Vermarktung regionaler Produkte im Land der Wacholderheiden. Geplant ist auch ein internationaler 'Wacholderkongress' in der Stadt Mayen. http://www.muf-rlp.de/index.php?id=2591

Verantwortlich für den Inhalt: Stefanie Mittenzwei
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