Ein Verband für einen gesunden Fluss
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Energie und Umwelt | 2006-07-26 07:24:40

Ein Verband für einen gesunden Fluss

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Ein Verband für einen gesunden Fluss

Dunst liegt über der morgendlichen Wupper. Ein paar Schrebergärtner gießen ihre Frühlingsblumen und irgendwo bellt ein Hund. Das Boot, das an diesem Morgen über das Wasser gleitet, hat keinen Angler an Bord. Im Gegenteil: Statt Fische aus dem Fluss zu fangen, setzen die Männer kleine Lachse in die Wupper ein. Die Wupper ist ihre Kinderstube. Von dort werden sie über den Rhein in den Atlantik wandern und später zum Laichen in ihre Heimat zurückkehren. Die Wupper ist heute wieder ein Lebensraum. Lange Jahre war sie ein toter Fluss, der durch Abwässer aus Haushalten und Industrie verschmutzt war.

Weil ein Flusssystem die Balance von Zusammenhängen ist, wacht der Wupperverband über den Einklang der Ansprüche von Mensch und Natur in und entlang der Wupper. Weil jede Pflanze, jedes Lebewesen und jeder Fluss Voraussetzungen brauchen, um zu gedeihen, und der Mensch ein Bedürfnis nach Wasserver- und –entsorgung, Hochwasserschutz, aber auch Erholung und Freizeitgestaltung hat, sorgt sich der Wupperverband um eine Balance.

Der Wupperverband ist seit 1930 das organisatorische Abbild dieser Balance. Zu ihm gehören Vertreter von Kommunen und Kreisen entlang des Flusslaufs, aber auch Wasserversorgungsunternehmen sowie Industrie und Gewerbe. In verschiedenen Gremien begleiten Sie sein Tun und seine Entwicklung.

Hier bündeln sich alle Interessen, die sich mit der Wupper verbinden. Die vorrangigen Aufgaben sind nach wie vor die Abwasserreinigung, der Hochwasserschutz, die Niedrigwasseraufhöhung, die Rohwasserbereitstellung für die Trinkwasserversorgung sowie die ökologische Entwicklung der Gewässer. In seinem 814 Quadratkilometer großen Einzugsgebiet - das ist immerhin anderthalb mal so viel wie ganz Ibiza - übernimmt der Wupperverband heute jedoch auch die Rolle eines „Flussgebietsmanagers“. Als Kooperationspartner von Industrie und Kommunen und z. B. als Dienstleister, dessen Labore auch in der Auftragsanalytik gefragt sind. Mit hochmodernen Analyse-Werkzeugen steigerte der Wupperverband nicht nur die Produktivität, sondern verbesserte auch die Möglichkeiten der Nachweisbarkeit von Schadstoffen. Zusammen mit vielen anderen Faktoren und Maßnahmen trug die Optimierung dieser Arbeit auch zu der Steigerung der Wasserqualität in den vergangenen Jahrzehnten bei, die die Wupper heute wieder zur Heimat vieler verschiedener Fischarten macht.

Mit neun Talsperren für Brauch- und Trinkwasser ist der Wupperverband nicht nur der Wasserturm einer riesigen Region, sondern auch ein touristischer Faktor, der auf seinen Internetseiten viele Tipps für Freizeitaktivitäten rund um den 115 Kilometer langen Fluss gibt. Gemeinsam mit dem Sauerländischen Gebirgsverein z. B. plante man einen Wanderweg von der Wupperquelle bei Marienheide bis zur Mündung in den Rhein in Leverkusen. Das sehr genaue Kartenwerk ist beim Wupperverband kein Zufall. Schließlich startete bereits 1998 der Aufbau eines mittlerweile sehr umfangreichen Geoinformationssystems, das Kartendaten für Forschungs-, Praxis und Schulprojekte zur Verfügung stellt und mit vielen anderen Geodaten-Projekten kooperiert.

Vom 30. August bis zum 3. September wird der Wupperverband im Themenpark der Bergischen Expo zwischen zahlreichen technisch ausgerichteten Unternehmen einen Naturraum im großen Ausstellungszelt schaffen. Und so wie sich die Wupper im Unterlauf durch industriell geprägte Umgebungen schlängelt, so wird der Kreislauf des Wassers in einer Inszenierung zur faszinierenden Demonstration der natürlichen Elemente. Was ganz nebenbei einen historischen Bezug hat, denn die „Technik, die dahinter steckt“, war im Bergischen Land oft die Kraft des Wupper.

Der 'Themenpark - Technik, die dahinter steckt' findet im Rahmen der bergischen Expo ´06 statt. Die drei Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal präsentieren bis zum Oktober 2006 die Besonderheiten der Region: eine Unternehmenskultur mit zahlreichen Superlativen und eine Landschaft mit hohem touristischen Wert.



Weitere Informationen unter www.bergische-expo.de  
 
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